Was ist ein aeroponisches System?

Wenn du dich für das Thema Hydroponik interessierst, solltest du wissen, dass es eine Methode der Pflanzenkultivierung ist, bei der kein Boden verwendet wird. Stattdessen werden die Pflanzen in einem Wassermedium gezüchtet, das alle benötigten Nährstoffe enthält. Das Zufügen von mineralischen Nährstoffen zum Gießwasser ist eine gängige Praxis, die seit etwa 200 Jahren in Gebrauch ist und sich seitdem zu einer Vielzahl von Anbautechniken weiterentwickelt hat.

Aeroponik ist eine Art der Hydroponik, bei der die Wurzeln der Pflanzen in der Luft hängen und von einer feinen Nebel- oder Sprüh-Lösung aus Wasser und Nährstoffen umgeben sind. Dieses System ermöglicht eine sehr effiziente Nährstoffaufnahme durch die Wurzeln und eine höhere Wachstumsrate der Pflanzen im Vergleich zu anderen hydropischen Anbaumethoden.

was ist aeroponik

Automatisierte Bewässerungssysteme in der Hydroponik

Eine der am weitesten verbreiteten Methoden in der Hydroponik sind automatisierte Bewässerungssysteme. Grundsätzlich lassen sich zwei verschiedene Arten von Systemen unterscheiden:

  1. Drainage-Systeme

  2. Rezirkulierende Systeme

Drainage-Systeme

In einem Drainage-System, auch als "Run-to-Waste"-Systeme bezeichnet, wird die Nährlösung einmalig über und durch das Wurzelsystem der Pflanze geleitet und anschließend abgeführt. Bei diesen Systemen unterscheidet man zwischen solchen, die Substrate verwenden, welche mit der Nährlösung eine Wechselwirkung eingehen und solchen, die dies nicht tun. Einige der gängigen Substrate, die in Drainage-Systemen verwendet werden sind Kokosfasern, Perlite und Steinwolle.

Drainage-Systeme sind im Vergleich zu den anderen Systemen weniger umweltfreundlich, da sie das durchlaufende Wasser nicht wiederverwenden.

Rezirkulierende Bewässerungssysteme

Rezirkulierende Systeme hingegen sind darauf ausgelegt, die Nährlösung mehrfach zu verwenden. Diese Systeme sind in der Regel geschlossen und die Nährlösung wird immer wieder durch die Wurzelzone der Pflanzen gepumpt. Nachdem die Lösung durch das Wurzelsystem geflossen ist, wird sie aufgefangen und zurück in den Nährstofftank geleitet. So wird die Nährlösung effizient genutzt und der Wasserverbrauch reduziert.

Einige der gängigen rezirkulierenden Systeme sind das Nährstoff-Film-Technik-System (NFT), das aeroponische System und das Tropfsystem. Jedes dieser Systeme hat seine eigenen Vor- und Nachteile und eignet sich für unterschiedliche Arten von Pflanzen und Anbauumgebungen.

Aeroponik rezirkulierendes System

Vorteile der Hydroponik: Präzision und Umweltfreundlichkeit

Genaue Steuerung von Nährstoffen, Wasser und pH-Wert

Einer der Hauptvorteile von Hydroponik-Systemen, einschließlich Aeroponik, ist die präzise Kontrolle von  Wassermengen, Nährstoffmengen (EC-Wert) und pH-Wert. Dies ermöglicht es, optimale Bedingungen für das Pflanzenwachstum zu schaffen. Hydroponik wird oft als "sterile" Methode bezeichnet, da sie das Risiko von Krankheiten und Schädlingen reduziert. Daher wird diese Anbautechnik oft im medizinischen Pflanzenanbau verwendet, da so GMP-Bedingungen (Gute Herstellungspraxis, engl. Good Manufacturing Practices) eingehalten werden können.

Geprüfte und zertifizierte Materialien

Alle Kunststoffe, die für den aeroponischen Anbau verwendet werden, sind sorgfältig geprüft und zertifiziert. Das bedeutet, dass sie sicher für den Einsatz in diesem Bereich sind und keine schädlichen Chemikalien oder Substanzen an die Pflanzen abgeben werden.

Einfache Überwachung von pH- und EC-Wert

Mit der aeroponischen Methode ist es einfach, den Säuregehalt (pH-Wert) und die elektrische Leitfähigkeit (EC-Wert) der Nährlösung zu messen und einzustellen. Dies gewährleistet, dass den Pflanzen während ihrer verschiedenen Wachstumsphasen, die richtige Menge an Nährstoffen zugeführt wird und auch von den Wurzeln optimal aufgenommen werden können.

pH Messung in der Nährlösung

Umweltschonender Anbau

Ein weiterer großer Vorteil der Hydroponik ist, dass sie umweltschonend ist. Da die Nährstoffzufuhr präzise gesteuert wird, gelangt kein überschüssiger Dünger in die Umwelt. Dies reduziert die Belastung des Ökosystems und schont wertvolle Ressourcen.

Anzuchtblöcke und pH-Wert

Um den bestmöglichen Start für deine Pflanzen zu gewährleisten, empfehlen wir, die Anzuchtblöcke für Sämlinge oder Stecklinge ein paar Tage vor dem Einpflanzen oder dem Setzen der Samen mit einer pH-eingestellten Lösung von 5,6 einzuweichen. Das ermöglicht eine optimale Umgebung für das Keimen und Wachstum der jungen Pflanzen.

Verwendung von Steinwolle in Hydrokultur-Systemen

Bevor du mit dem Anbau von Pflanzen in einem Hydrokultur-System wie dem CultiMate Aero beginnst, solltest du darauf achten, niemals unbehandelte Steinwolle zu verwenden. Der Grund dafür ist, dass der pH-Wert von unbehandelter Steinwolle zu hoch ist und dies kann das Pflanzenwachstum negativ beeinflussen. Um den pH-Wert der Steinwolle zu senken, kannst du sie vor der Verwendung in einer pH-neutralen Lösung einweichen. Dadurch wird der pH-Wert angepasst und die Steinwolle eignet sich besser für den Einsatz in Hydrokultur-Systemen.

Wurzelentwicklung bei Jungpflanzen

Es ist wichtig, dass die Wurzeln der Jungpflanzen erst durch die Steinwolle-Blöcke gewachsen sind, bevor du sie in Netztöpfen platzierst. Die Wurzelballen sollten gut entwickelt sein, um sicherzustellen, dass die Pflanzen optimal von dem Hydrokultur-System profitieren können.

Erkennen der ausreichenden Wurzelentwicklung

Um festzustellen, ob die Wurzelballen der Jungpflanzen ausreichend entwickelt sind, kannst du auf folgende Anzeichen achten:

1.    Die Wurzeln sind sichtbar und wachsen aus der Unterseite der Steinwolle-Blöcke heraus.
2.    Die Wurzeln sind kräftig und zeigen eine gesunde, weiße Farbe.
3.    Die Jungpflanzen zeigen ein gesundes Wachstum und eine kräftige Farbe der Blätter.

Wenn diese Anzeichen vorhanden sind, ist es Zeit, die Jungpflanzen aus der hydroponische Anzuchtstation herauszunehmen und in den CultiMate mit den Netztöpfen zu setzen.

Wurzel im Aeroponik System

Nährlösung und Nährstofftank anmischen

Bevor du den Nährstofftank für deine Pflanzen vorbereitest, ist es wichtig, den EC- (elektrische Leitfähigkeit) und pH-Wert deines Leitungswassers zu überprüfen. Der pH-Wert gibt an, wie sauer oder basisch eine Lösung ist. Für eine optimale Nährlösung empfehlen wir, den pH-Wert des Nährstofftanks zwischen 5,4 und 5,8 zu halten.

Die Bedeutung von EC- und pH-Werten

Es ist entscheidend, dass die Nährlösung korrekt angemischt wurde, damit du damit beginnen kannst, die Pflanzen einzusetzen und zu kultivieren. Eine gute Kontrolle der EC- und pH-Werte ermöglicht den Pflanzen, die Nährstoffe optimal aufzunehmen und gesund zu wachsen.

Welchen Dünger sollte man in welcher Phase geben?

Für die Aeroponik wurden spezielle Aqua- und NFT-Wuchsdünger (Nutrient Film Technique) für die Anfangsphase sowie Blütedünger für die Blühphase und die Fruchtbildung der Pflanze entwickelt. Es ist wichtig, diese speziellen Dünger zu verwenden, da sie den pH-Wert der Nährlösung sehr stabil in den optimalen Werten von 5,4 bis 5,8 halten.

Vorteile der speziellen Dünger 

Diese Produkte schaffen auch gleichzeitig ein sehr gutes Wurzelmilieu als Basis für gesunde Sämlinge und Stecklinge. Eine ausgewogene Nährlösung und ein stabiler pH-Wert fördern das Wurzelwachstum und die Nährstoffaufnahme der Pflanzen.

Indem du die richtigen Dünger in den entsprechenden Wachstumsphasen verwendest, stellst du sicher, dass deine Pflanzen alle benötigten Nährstoffe erhalten und ihr volles Potenzial entfalten können. Achte dabei stets auf die empfohlenen Dosierungen und Anwendungshinweise der jeweiligen Dünger.

aeroponischer dünger tripart terra aquatica

Gute Vorbereitung: Der Schlüssel zum Erfolg

Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete. Bevor du einen Nährstofftank anmischst, solltest du sicherstellen, dass alle Komponenten verfügbar sind und du die richtigen Dünger bereitgestellt hast.

Schritt 1: Befüllen des Nährstofftanks

Fülle einen sauberen Nährstofftank (ca. 100l Volumen) mit Leitungswasser. Achte darauf, dass die bevorzugte Temperatur zwischen 20 und 22 Grad liegt. Du kannst dies durch die Zugabe von warmem Wasser oder durch den Einsatz eines Heizelements für Aquarien erreichen.

Schritt 2: Messgeräte verwenden

Tipp: Benutze immer ein geeichtes EC- und pH-Meter!

Mit den Messgeräten überprüfst du die Grundwerte deines Leitungswassers. Die elektrische Leitfähigkeit (EC) gibt Aufschluss über die Menge an gelösten Salzen im Wasser. Diesen Basiswert benötigst du, um ein individuelles Düngeschema erstellen zu können. Denn nach diesen Werten richtet sich die Dosiermenge des jeweiligen Düngers.

aqua master tools

Schritt 3: Düngeschema und Dosierung

Im dazugehörigen Düngeschema der verschiedenen Hersteller, kannst du nun die richtigen Werte in ml/L auslesen und auf einen 100-Liter-Tank hochrechnen. Generell gilt es, einer Versalzung der Wurzelzone im Vorfeld entgegenzuwirken.

Tipp: Deshalb die Regel: Die Werte im Düngeschema minus 25% – Es gilt: Weniger ist mehr!

düngeschema tripart terra aquatica

Befolge diese Tipps, um eine optimale Versorgung deiner Pflanzen mit Nährstoffen zu gewährleisten und das Risiko von Wurzelschäden durch Überdüngung zu reduzieren.

Die richtige Nährstoffmischung für deine Pflanzen

Mengenangaben als Richtlinie

Bedenke immer, dass die Mengenangaben für Nährstoffe und Wasser nur als Richtlinie dienen. Sollte der EC-Wert (Elektrische Leitfähigkeit) zu niedrig sein, füge vorsichtig mehr Nährstoffe hinzu. Ist der EC-Wert hingegen zu hoch, verdünne die Lösung mit Wasser. Achte dabei darauf, dass die Nährlösung ausreichend Nährsalze wie Stickstoff, Phosphor und Kalium enthält.

Notiere deine Mengenangaben

Beim ersten Mal ist es wichtig, die verwendeten Mengen an Wasser, Dünger und Säuren genau aufzuschreiben. Das schafft einen guten Ausgangspunkt für das nächste Mal. Da die wachsenden Pflanzen einen immer höheren Bedarf an Nährstoffen haben und sich in Höhe und Breite entwickeln, ist es hilfreich, sich an das Düngeschema des jeweiligen Herstellers zu halten. Je erfahrener du als Züchter*in wirst, desto mehr kannst du mit diesen Werten experimentieren, um die Erträge zu maximieren.

Den pH-Wert messen und anpassen

Nun misst Du den pH-Wert der Nährlösung mit einem pH-Meter. Der Wert sollte zwischen 5,5 und 5,8 liegen. Falls notwendig, kannst Du den pH-Wert mit pH-Plus erhöhen oder mit pH-Minus (für die Wuchsphase und Blütephase) senken.

Vorsichtsmaßnahmen bei der pH-Regulierung

Sei vorsichtig beim Umgang mit pH-Regulatoren, da sie Konzentrate sind und Säuren Verletzungs- oder Verätzungsgefahren bergen. Deshalb solltest Du immer die Säure/Base dem Wasser zufügen, niemals umgekehrt. Notiere dir jeweils die genauen Mengen an Säuren und basischen Laugen, die du dem Nährstofftank hinzufügst. Den pH-Wert zu oft hoch und runterzuregeln, kann die Wasserqualität beeinträchtigen.

Richtiges Einstellen des pH-Werts

Versuche, den pH-Wert beim ersten Versuch so gut wie möglich einzustellen. Zu Beginn kann es schwierig sein, die richtige Dosierung zu finden. Um es dir zu erleichtern, löse ein Teil pH-Regulator in 10 Teilen Wasser und nutze diese Lösung, um den pH-Wert im Nährstofftank zu regulieren.

Nährlösung ruhen lassen

Es empfiehlt sich, den frisch angesetzten Nährstofftank samt Nährlösung etwas ruhen zu lassen, bevor Du sie den Pflanzen zuführst.

Tipp von Mrs. X: Notiere Mengen und beobachte den pH-Wert

Notiere dir stets die Mengen an Nährstoffen und Additiven, die du dem Nährstofftank hinzufügst. So hast du einen guten Ausgangspunkt beim nächsten Mal. Durch die Ausscheidungen der Pflanze und deren Effekt auf die Nährlösung wird sich der pH-Wert stetig leicht nach unten verändern und schwanken.

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